Besonderheiten und Daten

Kanzel 

Sie stammt aus dem Jahr 1733 und trägt den Namenszug des Steinmetzen Johannes Rothacker, der die Kanzel aus Forellensandstein geschaffen hat. Sie trug ursprünglich die Wappen der Stifter: Jonathan von Palm und seiner Ehefrau Anna Rosina geb. Schweyer. Die Vorfahren der Familie Palm übersiedelten 1631 von Schorndorf nach Esslingen und kamen dann in Wien zu großem Einfluss und Ansehen. Zurück in Esslingen, übernahmen sie 1722 das Hofgut Hohenkreuz. Die Freiherren von Palm waren die Patrone der St. Bernhardt-Kirche. An sie erinnert auch der Familienkirchstuhl ("Baronenställe") rechts vom Altar.

Kruzifix

Das große Kruzifix an der Turmwand über dem Altar stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. Die Darstellung der Mandorla hinter dem Kruzifix erfolgte im Rahmen einer Innenrenovierung 1993 entsprechend der früheren Originalbemalung. Auf Anregung von Kriegsheimkehrern wurde 1949 ein neues Altarkreuz gefertigt. Es ist ein Werk des Künstlers Fritz von Graevenitz (1892 - 1959). 

Fenster

Das Auferstehungsfenster im Chor wurde 1939 kurz vor dem Zweiten Weltkrieg erstellt. Es stammt von dem Stuttgarter Kunstmaler Ernst H. Graeser (1884 - 1944). Das frühere Chorfenster (Gleichnis vom verlorenen Schaf, Lukas 15) befindet sich heute an der Südseite der Kirche oberhalb der Empore. Dieses Fenster stammt aus der Zeit des Neubaus unseres heutigen Kirchenschiffs 1898/99. Die übrigen Außenfenster wurden 1985 nach den Entwürfen von Prof. Karl-Heinz Schenk, Stuttgart, gestaltet. Die alten Fenster (Quadratmuster, siehe Türen an den beiden Windfängen) waren undicht geworden. Die künstlerische Neugestaltung nimmt die landschaftliche Umgebung der Kirche auf: grüne Hänge und rötliche, braune Hügelketten, u. a. in Erinnerung an die früheren Weinberge des Hainbachtals.

Orgel 

Die Orgel, eingeweiht im Februar 2008, wurde von Orgelbaumeister Friedrich Lieb in Bietigheim-Bissingen erbaut. Die Disposition stammt von Kirchenmusikdirektor Prof. Volker Lutz. Um die Platzverhältnisse an der Nordempore  optimal zu nutzen, bekamen die Basspfeifen einen Extrastandort, durch ein Fenster vom "eigentlichen" Orgelgehäuse getrennt. Die Manualregister stehen alle auf einer Windlade, bis auf zwei können sie auf beiden Manualen genutzt werden. Daher verfügt die relativ kleine Orgelüber eine erstaunliche Klangvielfalt. 

Glocken

Von den drei Glocken hat die älteste (Südseite) alle Kriege überdauert. Sie wurde im Jahr 1484 vom berühmten Esslinger Glockengießer Pantlion Sidler gegossen. Um 1500 war die Werkstatt Sidlers und seiner Söhne weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Die St. Bernhardter Glocke trägt als Inschrift das Gussjahr und die Namen der Evangelisten: 
anno-dom-m-cccc-lxxxiiii-iar-sant-lux-sant-marx-sant-mateus-sant-iohanes-und-hilf-got+.
Gewicht: ca. 290 kg.
Ton: des²

Die große Glocke wurde 1950 von der Stuttgarter Glockengießerei H. Kurtz gegossen und trägt die Inschrift: "Die Liebe höret nimmer auf". (aus 1. Kor. 13,8) "Die dankbare Gemeinde ihren gefallenen Söhnen".
Gewicht: ca. 360 kg
Ton: b‘
Die kleine Glocke stammt ursprünglich aus derselben Zeit. Ein Neuguss erfolgte 1998 durch die Firma Bachert in Heilbronn. Auf ihr steht die alte Beschriftung: "O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort" (aus Jeremia 22,29).
Gewicht: ca. 205 kg
Ton: es²
Die Vorgängerinnen der beiden letztgenannten Glocken wurden 1898 gegossen, mussten jedoch in beiden Weltkriegen (1917 und 1942) abgegeben werden. Zur Verbesserung des Klangs wurde im Zusammenhang mit einer Glockensanierung 1998 der stählerne Glockenstuhl von 1898 gegen einen eichenen  ausgetauscht.

Turmuhr

Das mechanische Uhrwerk der Firma Hörz in Heilbronn aus dem Jahr 1899 war bis 1968 im Einsatz und musste bis zuletzt täglich aufgezogen werden. 

Turmdach

1994 musste aus Sicherheitsgründen die alte Mönch-Nonne-Bedeckung gegen Flachziegel ausgetauscht werden. Dabei Renovierung des gesamten Dachstuhls.
Turmhöhe: ca. 32,60 m (bis zum Knauf der Spitze)

Alter des Turms

Auf Grund von dendrochronologischen Untersuchungen im Jahre 1995 ist davon auszugehen, dass der jetzige Turm um 1450 erbaut wurde.                        

Albrecht Vaihinger 

 

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