Hmm - Weihnachten!

Weihnachten duftet. Viele gute Gerüche schweben durch meine Advents- und Weihnachtserinnerungen: Gutsle, Gewürze, Tannenzweige, Kerzen.

Gerüche, die mit guten Erinnerungen verbunden sind – sie sprechen unsere tiefen Gefühle an. In seinem Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ beschreibt der Schriftsteller Marcel Proust, wie ihn der Geruch des Süßgebäcks Madeleines unmittelbar in tiefe Kindheitserinnerungen versetzt. Mit Bezug auf diesen Text sprechen Psychologen vom Madeleine-Effekt. 

Ich schreibe heute lieber vom Weihnachts-Effekt. Die duftende Erinnerung an vergangene Tage zaubert mir manchmal ein versonnenes Lächeln ins Gesicht, Erinnerung an liebe Menschen und liebe Momente. Manchmal mischt sich auch ein Hauch von Melancholie dazu. Die alten Tage sind vergangen, manche vertrauten Menschen nicht mehr da.

Aber an Weihnachten geht es nicht nur um Gebäck und liebe Menschen. Der Weihnachtsduft ruft auch Erinnerungen daran wach, wie sehr die Weihnachtsbotschaft uns verzaubern kann. Wie die zugleich irdischen und himmlischen Weihnachtsgeschichten das Herz erheben, die Seele erfreuen und leicht machen und mich zum Singen bringen. Und selbst der vermeintlich schlechteste Sänger brummelt doch gerne mit bei „Stille Nacht“, „O du fröhliche“ oder meinetwegen auch „White Christmas“. Und so steht Weihnachten auch dafür, dass unser Alltag, unsere Häuser und Wohnungen und auch unser Leben verwandelt werden. Für ein paar Tage. Oder für immer.

Denn an Weihnachten kommt ein neuer Duft und ein neuer Klang in die Welt. Ein neuer Duft: Paulus schreibt von uns Christenmenschen, wir seien „ein Wohlgeruch Christi“ (2. Korinther 2). Und so verbreiten wir Christen Weihnachtsduft, Weihnachtssehnsucht und Weihnachtsfreude. Hier im Stadtteil und allüberall.

Ich wünsche Ihnen eine frohe, klingende, duftende und gesegnete Weihnachtszeit!

Ihr Pfarrer Christoph Schweizer

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